Beitragsbemessungsgrenze 2023

Die Beitragsbemessungsgrenze 2023 ist eine der wichtigsten Rechengrößen in der deutschen Sozialversicherung. Sie gibt an, bis zu welcher Höhe Arbeitnehmer vom Bruttolohn Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Kranken- und Pflegeversicherung zu entrichten haben.

Während die Individualversicherung ihre Beiträge nach dem jeweiligen Risiko kalkuliert (Adäquanzprinzip), verfolgt die Sozialversicherung traditionell das Solidaritätsprinzip. Unabhängig von dem Risiko, das der Einzelne für die Versichertengemeinschaft darstellt, werden die Beiträge als Prozentsatz des Einkommens und damit nach der individuellen finanziellen Leistungsfähigkeit erhoben. Verschiedene Bezugsgrößen Sozialversicherung konkretisieren dieses Prinzip.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen den Beitrag für die Renten- und Arbeitslosenversicherung je zur Hälfte. In der Krankenversicherung ist die Regelung etwas komplexer: Hier gilt die paritätische Finanzierung seit 2005 nicht mehr uneingeschränkt. Der allgemeine Beitragssatz wird zunächst um 0,9 Prozentpunkte gekürzt. Dieser Anteil ist vom Arbeitnehmer allein zu tragen. Nur der gekürzte Beitrag wird hälftig zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt. Auch in der Pflegeversicherung gibt es eine Sonderregelung: Kinderlose Arbeitnehmer zahlen einen Zuschlag von 0,25 Prozentpunkten ohne Arbeitgeberbeteiligung.

Beitragsbemessungsgrenze 2023: Solidaritätsprinzip mit Deckelung

Die Konzeption der Sozialversicherung sieht prinzipiell keinen Umverteilungsmechanismus zwischen Beziehern geringer und hoher Einkommen vor. Viele Bezugsgrößen Sozialversicherung und Leistungen wie etwa Altersrente, Krankengeld und Arbeitslosengeld sind am Arbeitseinkommen orientiert und damit proportional zum gezahlten Beitrag. Aus dieser Historie heraus ist so zu erklären, dass der Höchstbetrag von Beiträgen und auch der Leistungen durch die Bemessungsgrenzen gedeckelt ist.

Bezugsgrößen Sozialversicherung werden durch Rechtsverordnung geregelt

Die Beitragsbemessungsgrenze 2023, die für die Renten- und Arbeitslosenversicherung relevant ist, ist eine dynamische Einkommensgrenze, die durch eine Rechtsverordnung jährlich an die durchschnittliche Bruttolohnentwicklung je Arbeitnehmer angepasst. Der Jahreswert wird auf einen vollen durch 600 teilbaren Euro-Betrag aufgerundet.

Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung 2023

Für die Kranken- und Pflegeversicherung gibt es im Sozialversicherungsrecht noch eine besondere Rechengröße, die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze. Und um die Sache noch etwas komplizierter zu machen, gibt es davon sogar zwei – eine allgemeine und eine besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze. Die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze stellt gleichzeitig die Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung 2023 und Pflegeversicherung dar.

Alte Bundesländer

Neue Bundesländer

Beitragsbemessungsgrenzen 2023

Kranken- und Pflegeversicherung (jährlich)

58.050 Euro

58.050 Euro

Kranken- und Pflegeversicherung (monatlich)

4.837,50 Euro

4.837,50 Euro

Renten- und Arbeitslosenversicherung (jährlich)

85.200 Euro

80.400 Euro

Renten- und Arbeitslosenversicherung (monatlich)

7.100 Euro

6.700 Euro

Knappschaftliche Rentenversicherung (jährlich)

104.400 Euro

99.000 Euro

Knappschaftliche Rentenversicherung (monatlich)

8.700 Euro

8.250 Euro

Bezugsgrößen 2023

Kranken- und Pflegeversicherung (jährlich)

39.480 Euro

39.480 Euro

Kranken- und Pflegeversicherung (monatlich)

3.290 Euro

3.290 Euro

Renten- und Arbeitslosenversicherung (jährlich)

39.480 Euro

37.380 Euro

Renten- und Arbeitslosenversicherung (monatlich)

3.290 Euro

3.115 Euro

Jahresarbeitsentgeltgrenzen 2023

bundeseinheitlich

bundeseinheitlich

Allgemeine Versicherungspflichtgrenze

64.350 Euro jährlich

5.362,50 Euro monatlich

Besondere
(bereits versicherungsfrei am 31.12.2002)

58.050 Euro jährlich

4.837,50 Euro monatlich

Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung 2023 (Besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze 2023)

Wie eingangs erwähnt, darf die Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung 2023 nicht mit der Versicherungspflichtgrenze 2023 verwechselt werden. Die Bemessungsgrenze 2023 regelt, bis zu welchem Bruttoeinkommen Beiträge für eine gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung abgeführt werden müssen. Die Versicherungspflichtgrenze 2023 ist dagegen maßgeblich für die Frage, ob ein Arbeitnehmer überhaupt gesetzlich krankenversicherungspflichtig ist oder ob er sich gegebenenfalls auch privat versichern darf.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2023 ist auch für die Versicherungspflicht wichtig. Für alle, die zum Stichtag 31. Dezember 2002 bereits privat krankenversichert waren, gilt heute weiterhin die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze als Versicherungspflichtgrenze 2023. Beitragsbemessungsgrenze 2023 und Versicherungspflichtgrenze 2023 sind für diesen Personenkreis also identisch. Für alle anderen wurde 2003 eine neue, allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze 2023 eingeführt. Sie liegt wesentlich höher als die alte Grenze. Sinn der Neuregelung war, den Kreis der Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung auf Personen mit höherem Einkommen auszuweiten und damit die gesetzlichen Kassen zu stärken.

Wie für die anderen Zweige der Sozialversicherung gilt, dass die Leistung – hier also das Krankengeld – maximal von den Bemessungsgrenzen 2023 berechnet wird und deshalb eventuell private Vorsorge erforderlich wird.

Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung 2023

Die Bemessungsgrenzen für die Beiträge in der Rentenversicherung sind seit 1993 in vier verschiedene Größen gesplittet: Zum einen gibt es eine Unterscheidung nach den alten und neuen Bundesländern, formal korrekt als Beitrittsgebiet bezeichnet, zum anderen eine Sonderregelung für die knappschaftliche Rentenversicherung mit den Berufszweigen Bergbau, Hochseeschifffahrt und Deutsche Bahn. In der folgenden Übersicht finden Sie den Jahresbetrag der Bemessungsgrenzen 2023 und dahinter in Klammern den Monatsbetrag.

Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung 2023

Wer aufs Jahr gerechnet mehr verdient als die Beitragsbemessungsgrenze 2023, darf sich freuen – vom Bruttolohn oberhalb der Bemessungsgrenze 2023 wird kein Rentenbeitrag abgeführt. Die Bezieher höherer Einkommen sollten sich aber darüber klar sein, dass sich auch ihre späteren Rentenansprüche an der Beitragsbemessungsgrenze 2023 orientieren. Das gilt übrigens nicht nur für die Altersrente, sondern auch zum Beispiel für eine eventuell erforderliche Erwerbsminderungsrente. Das an Sozialbeiträgen ersparte Geld ist also sinnvollerweise in private Vorsorge zu investieren, wenn später der gewohnte Lebensstandard erhalten bleiben soll.

Beitragsbemessungsgrenze Arbeitslosenversicherung 2023

In diesem Zweig ist die Bezugsgröße Sozialversicherung einfach: Die Bemessungsgrenze 2023 der allgemeinen Rentenversicherung wird hier einfach übernommen. Gut verdienende Versicherte müssen auch hier bedenken, dass ein Anspruch auf Leistungen – hier also das Arbeitslosengeld – maximal von dieser Grenze berechnet wird.